Volger, Hans — Wohnhaus des Architekten

Details

Adresse Kaiserstraße 204
Baujahr um 1955 (?)
Architekt Hans Volger (1904–1973)
Auftraggeber Hans Volger (1904–1973)

Ansicht 2021

Zurück in die Gartenstadt schienen sich die beiden ehemaligen Bauhäusler Hans und Lis Volger zu sehnen. In den 1950er-Jahren schuf der Leiter des Hochbauamtes Volger dieses Wohnhaus für sich, seine Frau und seinen Sohn. Seit fast zwanzig Jahren wohnten sie in Krefeld. Das ziegelsichtige Gebäude mit tiefem Satteldach, Schleppgaube, kleinen Sprossenfenstern und Klappläden überrascht bei einem Architekten, der viele Jahre am Bauhaus war und in geringer Entfernung einen hochmodernen Schulkomplex realisiert hatte. Vielleicht ist die Gestaltung bloß dem Bebauungsplan geschuldet und wurde aufgrund der hervorragenden Wohnlage am Kaiserpark in Kauf genommen. Sie könnte aber auch Ausdruck von Volgers ambivalentem Verhältnis zum Bauhaus sein. 

Auf der Gartenseite öffnet sich der Bau zum anschließenden Werkstattbereich, in dem der Webstuhl von Lis Beyer-Volger stand. Sie hatte die Textilklasse am Bauhaus absolviert und in Würzburg mehrere Jahre gelehrt. In Krefeld gab sie ihre berufliche Tätigkeit jedoch auf, arbeitete aber weiterhin privat an Bildteppichen.

Ihr Sohn berichtet, dass sein Elternhaus durch ihre „künstlerischen textilen Arbeiten und das gemeinsame Musizieren ein gern besuchter Ort für Freunde und Bekannte, besonders auch aus kulturell tragenden Kreisen“ war.1Anke Blümm/Carina Burck, „So viel Bauhaus auf einem Fleck“. Bauhäusler in Krefeld 1922–1971, in: Lange/Blümm (Hg.), Bauhaus und Textilindustrie. Architektur, Design, Lehre, München 2019, S. 134–1432Paul-Günter Schulte/Alexander Volger, Hans Volger (1904–1973). Zwei Ansprachen, in: Die Heimat – Krefelder Jahrbuch 75 (2004), S. 63–67